Der ökonomische Wettbewerb

Definition des Begriffs Wettbewerb – Wettbewerb bedeutet im ökonomischen Sinn die Art und Weise, mit der sich Marktteilnehmer um ihre Marktpartner bewerben und bemühen. Das Ziel der Marktteilnehmer ist es, einen möglichst hohen wirtschaftlichen Nutzen zu erreichen. Wettbewerb liegt dann vor, wenn die Marktteilnehmer ihre Mitbewerber (Konkurrenten) zu übertreffen versuchen, wenn also Rivalität zwischen den Marktteilnehmern besteht. Unternehmen versuchen sich gegenseitig zu übertreffen um den Kampf um die Kunden zu gewinnen.

  • Leitgedanke und Ziel: Gewinnmaximierung
  • Hauptbegriffe: Konkurrenz und Rivalität

Es liegt kein Wettbewerb vor, wenn die Anstrengungen sich gegenseitig zu übertreffen, nachlassen oder ganz eingestellt werden.

Wettbewerb zwischen Anbietern und Nachfragern

Es kann zwischen einem Anbieterwettbewerb und einem Nachfragerwettbewerb unterschieden werden:

  • Im Anbieterwettbewerb konkurrieren in der Regel mehrere Anbieter A1, A2, A3 um einen Nachfrager N. Beispiel: Mehrere Stromanbieter werben um den Konsumenten.
  • Im Nachfragerwettbewerb handelt es sich um die Rivalität mehrerer Nachfrager N1, N2, N3 um einen Anbieter A. Beispiel: Ein Monopolist wird von verschiedenen Nachfragern umworben.

Wettbewerbstheorie und Wettbewerbspolitik

Die Wettbewerbstheorie untersucht wie sich Marktteilnehmer um ihre Marktpartner bemühen. Es gibt verschiedene Schwerpunkte der Wettbewerbstheorie um diesen Prozess zu beleuchten.

  • Erscheinungsformen des Wettbewerbs
  • Faktoren für die Intensität des Wettbewerbs
  • Wandlungen des Wettbewerbsprozesses in der Marktentwicklung

Ein Teilgebiet der Wettbewerbstheorie, welches in der Definition vorkommen sollte ist die Industrieökonomik. Sie untersucht den Wettbewerb empirisch und analysiert konkrete Marktsituationen.

Im Vergleich zur Preistheorie beinhaltet die Wettbewerbstheorie auch andere Aktionsparameter als nur den Preis. Die Veränderung des Marktes im Zeitablauf (dynamisch, evolutorisch), sowie dessen Ursachen und Entwicklungsrichtungen, gehören genauso dazu wie die Ziele des Wettbewerbsprozesses und Marktergebnisse, die diese Ziele erfüllen.

Die Wettbewerbstheorie präzisiert die Bedingungen für optimale Marktergebnisse und setzt mit den Maßnahmen und Instrumenten der Wettbewerbspolitik diese um, um die entsprechenden Leitbilder zu verwirklichen.

Funktionen des Wettbewerbs

Der Wettbewerb erfüllt für eine Marktwirtschaft folgende essentielle Funktionen:

  • Optimale Allokation der Produktionsfaktoren
  • Steuerung der Güterstruktur durch Konsumentenpräferenzen – Herstellung einer Konsumentensouveränität
  • Einkommensverteilung nach der Marktleistung durch den Wettbewerb der Produktionsfaktoren
  • Sicherstellung der Anpassungsfähigkeit von Unternehmen an veränderte Marktbedingungen bzw. Datenänderungen durch die es im Ideal weder Überkapazitäten noch Engpässe gibt
  • Förderung des technischen Fortschritts, also eine Steigerung der Produktion bei gegebenem Faktorbestand (Unternehmen sind einem permanentem Druck ausgesetzt ihre Kosten zu senken)
Entwicklung der Wirtschaft Wirkung auf Produktionsfaktoren Wirkung auf Sozialprodukt
1) Einkommensverteilung nach der Marktleistung Statische Funktionen Verteilungsfunktion Verteilung des Sozialprodukts
2) Angebotszusammensetzung nach den Käuferpräferenzen Steuerungsfunktionen Zusammensetzung des Sozialprodukts
3) Optimalallokation der Produktionsfaktoren Maximierung des Sozialprodukts
4) Anpassungsflexibilität der Wirtschaft auf Datenänderungen Dynamische Funktionen
5) Durchsetzung des technischen Fortschritts Antriebsfunktionen

Einordnung des Wettbewerbs
Die Untersuchung und Gestaltung von Wettbewerb gliedert sich wie folgt:

  • Wettbewerbstheorie
  • Wettbewerbsempirie – Industrieökonomik (Empirische Wettbewerbsanalyse)
  • Wettbewerbspolitik

Innerhalb der Volkswirtschaftslehre (VWL) befindet sich der Wettbewerb in der angewandten Mikroökonomik und hat Beziehungen zu makroökonomischen Feldern wie beispielsweise der Konjunkturforschung und der Wachstumsforschung.

Wettbewerbsanalyse

Die Industrieökonomik ist eine empirische Wettbewerbsanalyse. Die Industrieökonomik gestaltet wettbewerbstheoretische Modelle aus und wendet sie praktisch an. Untersuchungsgegenstände sind beispielsweise die Zusammenhänge zwischen der Größe eines Unternehmens und dessen Marktanteil.

Wettbewerbspolitik

Die Wettbewerbspolitik überprüft und diagnostiziert ob Wettbewerb besteht oder nicht. Nach der Wettbewerbstheorie wird dabei folgendes Erkenntnisprogramm durchgeführt:

  1. Identifikation
  2. Evaluierung
  3. Feststellung von Beschränkungen oder Fehlentwicklungen
  4. Entwicklung von Normen
  5. Einsatz von wettbewerbspolitschen Instrumenten (Kartellverbote etc.)

Gesetzliche Grundlagen & Akteure der Wettbewerbspolitik

Deutschland

Die rechtlichen Grundlagen der Wettbewerbspolitik in Deutschland sind das GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen), welches seit 1957 die Zentralnorm des deutschen Kartellrechts und Wettbewerbsrechts ist und das UBGG (Unternehmensbeteiligungsgesellschaftsgesetz).

Die Träger und Akteure der deutschen Wettbewerbspolitik gliedern sich hierarchisch folgendermaßen:

  1. BKartA (Bundeskartellamt) – Bundesbehörde in Bonn
  2. OLG Düsseldorf (Oberlandesgericht) – Die erste Instanz bei einer Klage gegen einen Verwaltungsakt des BkartA
  3. BGH (Bundesgerichtshof)
  4. BMW (Bundesminister der Wirtschaft) – Kann eine Aufhebung des Verwaltungsakts genehmigen
  5. Monopolkommission (ständiges, unabhängiges Beratungsgremium)

Europäische Union

Die Wettbewerbspolitik der EU ist stark am deutschen Wettbewerbsrecht orientiert und hat die Artikel 81 und 82 des EGV (Europäischer Gemeinschaftsvertrag) sowie die FusKVO (Fusionskontrollverordnung) als rechtliche Grundlagen.

Die Akteure der europäischen Wettbewerbspolitik sind die EU-Kommission, die eine spezielle Unterabteilung für wettbewerbspolitische Angelegenheiten hat, und der EuGH (Europäische Gerichtshof) in Luxemburg.

Wettbewerb in der Volkswirtschaftslehre

Der Wettbewerb ist vor allem der Mikroökonomie zuzuordnen. Im Fokus des Wettbewerbs stehen die Zusammenhänge auf einzelnen Märkten, mittels der Industrieökonomik und Ökonometrie werden empirische Analysen bestimmter Marktteilnehmer durchgeführt.

Die Wettbewerbssituation auf einzelnen Märkte hat jedoch ebenfalls einen starken Einfluss auf die wirtschaftliche Gesamtentwicklung und Faktoren wie die Konjunktur oder das Wirtschaftswachstum, daher ist der Wettbewerb auch für die allgemeine Volkswirtschaft und Makroökonomie von großem Interesse.

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